28/11/2020

ALLEN KLEIN: wusste alles

Allen Klein signt die Beatles

Der finanzgeniale Allen Klein, der die Stones und die Beatles erst monetär enorm bereicherte und dann entreicherte, um sich schließlich selbst zu bereichern (in dieser Reihenfolge), starb mit 77 Jahren in New York. Hatte John Lennon kurz nach dem Beatles-Split nur lobende Worte für Klein übrig, wandelte sich das im Laufe der Jahre zu einem etwas ernüchternden Bild (siehe den Lennon-Song „Steel And Glass“). Mick Jagger jagte Allen Klein der Legende nach (bzw. according to „Der Spiegel“) während eines Verhandlungstreffens wütend durch Hotelkorridore.

Das Erfolgsrezept Kleins stützte sich unter anderem darauf, dass er meist der einzige war, der wirklich über die kleinste Einzelheit chaotischer Vertragslabyrinthe im Bilde war. Das brachte dann den Klienten den Vorteil, dass Klein mehr als das Optimum für sie herausholte; das brachte aber auch den Nachteil, dass Klein eben genauso sicher wusste, wie er sich seine Dienste durch geschickte Honorare und Rechtevergaben an Songs doppelt und dreifach für sich verbuchen konnte, falls man beabsichtigte ihn loszuwerden.

Klein konnte Lennon dadurch für sich gewinnen, indem er schon beim ersten Treffen das Individuum John Lennon aus dem monströs aufgeblähten Beatles-Universum herauszuschälen vermochte und eine wohl ziemlich exakte Ferndiagnose der perönlichen und künstlerischen Vernetzungen der vier Beatles untereinander ablieferte. Der Kerl verstand also auch etwas von Kunst und den Bedingungen ihrer individuellen Entstehung.

Gerne zitiere ich noch einmal eine hübsche Anekdote, die auch gut meine zwiespältige, aber entschiedene Sympathie für Allen Klein zusammenfasst:

There is a great article in the new issue of Rolling Stone on the 10 year anniversary of The Big Lebowski; “The Decade Of The Dude” written by Sam Jones. Assistant Editor, Andy Greene, contributes an excellent piece “Inside the Dude’s Stoner Soundtrack”. In the article, music supervisor T-Bone Burnett recounts his troubles in securing the rights to Townes Van Zandt’s cover of the Stones’ “Dead Flowers“:

“[Former Stones manager Allen Klein owns the rights to it,” Burnett says. “He wanted $150,000.” Burnett begged Klein to just come down and watch an early cut of Lebowski. “It got to the part where the Dude says, ‘I hate the fuckin’ Eagles, man!’ Klein stands up and says, ‘That’s it, you can have the song!’ That was beautiful.” For the record, Burnett agrees with the Dude (”[The Eagles] sort of single-handedly destroyed that whole scene that was brewing back then,” he says), but the line infuriated Glenn Frey. “I ran into [Frey] and he gave me some shit,” Jeff Bridges says. “I can’t remember what he said exactly, but my anus tightened a bit.”]
Quelle: rollogrady.com

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