It All Starts With One (2011)
Trotz oder gerade wegen der Mühe, ein Großwerk zu schaffen, ist It All Starts With One recht anämisch geraten. Ane Brun – die großartige norwegische Sängerin und Komponistin zwischen Folk, Soul und skandinavischer Americana – löst ihren bisher recht eng an starken pop-geschulten Melodien orientierten Songverbund auf: Perkussion, Streicher und Klavier kleiden keine vorgefertigten Melodien in variierenden Farben mehr aus, sondern sie erzählen ganz eigene Geschichten, deren musikalische Fortgänge aus den Anfängen nicht unbedingt hergeleitet werden können. Ein bisschen so, wie es auch Julia Holter vermag.
Das roch 2011 schon sehr nach Opus Magnum, nach großen Reviews und Jahresbestenlisten. Aber so richtig will sich das Album nicht mit Leben füllen, ist aber gleichzeitig auch wieder zu seelenvoll angelegt, um das Starre zum Thema zu erheben. So scheint mir die Form nicht so recht zu passen zur Kunst von Ane Brun. Sie ist fremd im eigenen Song. Bezeichnenderweise ist der beste Track – „Worship“ – eine Zusammenarbeit (mit José Gonzáles). Ich habe die LP dann an einen Freund verkauft. Geredet haben wir über It All Starts With One aber nicht mehr. Es startete mit einem, und es endete mit einem anderen.