26/09/2020

BLIND IDIOT GOD: hie im dub und da im krach


BLIND IDIOT GOD: UNDERTOW (1988)

Lieblingsband vieler Musik-Intellektuellen im ausgehenden 1980er Jahrzehnt. Zu denen ich mich jetzt auch einfach mal zähle, weil „intellektuell“ für mich kein Schimpfwort ist.

Lieblingsband jener Klientel deswegen, weil die konzeptionelle Trennung von Dub-Tracks und Krachstücken bei Blind Idiot God einen abstrakten Kunstanspruch impliziert, der sich sehr überzeugend mit dem verbindet, was man „Eier haben“ nennen könnte (Merke: Die säuberliche Trennung von Sounds und Stilen umgibt eine Band mit der Aura einer sich lohnenden geistreichen Beschäftigung mit ihrer Kunst und ihren Kontexten. Siehe z.B. auch Pere Ubu, Velvet Underground, Jim O’Rourke). Die Dubs dieser drei Typen aus dem SST-Umfeld gehören zu den überzeugendsten Beispielen „gespielter“ Dubs, die ich kenne.

Auf den elegant brachialen Jazzpunkkrachstücken klingt das Trio dann wie die Jimi Hendrix Experience ohne Drogen, ohne Soli und ohne Kotze im Hals – falls Hendrix Ende der 80er Jahre bei SST untergekommen wäre (und das wäre er).

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