28/09/2020

CD-Check Januar 2016

Kristoffer
Åström

The
Story Of A Heart ´s Decay“ (Startracks / Indigo)
Sofort ist man wieder drin und
richtet sich ein in dem Sound dieser Stimme, die ein bisschen nasal
und zugleich eindringlich und lässig klingen kann. Kristoffer
Åströms Musik hat auch, was das Songwriting betrifft, großen
Wiedererkennungswert: Rockigere Nummern wechseln sich ab mit
countryesken Singer-Songwriter-Stücken. Atmosphärisch sehr dicht
wirken die zehn neuesten Kompositionen des Schweden. Alle wurden auf
Instrumenten eingespielt, von denen keines vor 1978 gebaut wurde.
Herausgekommen ist dabei ein schöner aufgerauter, warmer Ton, leicht
melancholisch, aber auch tröstlich, wie man ihn von Åström kennt.
4
von 5
Dylan
LeBlanc
Cautionary
Tale” (Single Lock Records )
Aufgewachsen
u.a. in Louisiana und Alabama, da scheint ihm der bluesige
Country-Folk quasi in die DNA eingeschrieben zu sein, den Sänger und
Gitarrist Dylan LeBlanc mit gerade mal 25 Jahren so vermeintlich
lässig aus dem Ärmel schüttelt. Ist natürlich Quatsch, denn der
US-Amerikaner hat sich vielmehr ein sehr abwechslungsreiches
Songwriting mittels fundierter Ausbildung erarbeitet, das außerdem
ein breiteres musikalische Spektrum zu einem individuellem Sound
vereint. Instrumentiert ist sein neues Album mit Cello, Pedal Steel,
Piano, Mellotron, Synthesizer und einer außerordentlichen Stimme,
die leicht wie ein Chorknabe klingen kann, aber auch provokant und
sinnlich.
4
von 5
The
Besnard Lakes (Jagjaguwar)
A
Coliseum Complex Museum“
Der
erste Eindruck: Hier wird Rockmusik üppigst zelebriert wie zu den
Hochzeiten in den 70ern. Der zweite Eindruck: unterstreicht noch den
ersten. Schwer wummernde, hallende Gitarrenflächen treffen auf
psychedelische, sich in höchste Höhen schwingende Gesangstimmen.
Die Musik der Band aus Montreal ist keine, die man mal eben so
nebenbei hört. Für diesen Bombast muss man sich Zeit nehmen und den
Kopf möglichst frei haben. Dann kann der Sound eine (Zeit-)Reise
wert sein, mit seinen scheppernden Bässen, Synthesizer-Flirren und
allerhand anderen mächtig aufgetragenen Klangerlebnissen. Schon
etwas drüber und retro, aber gekonnt.
3
von 5
Your
Friend (Domino Records)
Gumption“
Sie
lässt ihre Stimme schweben, dazu hallt und braust es, geloopte
Sounds scheinen auf und verschwinden wieder. Your Friend, dahinter
steckt die junge US-Musikerin Taryn Miller, die mit „Gumption“
ihr Album-Debüt vorlegt. Miller schickt einen durch verrätselte
Sound-Landschaften, unternimmt ambientige Forschungsreisen durch den
Äther. Zeitweise fühlt man sich an den Altmeister Brian Eno
erinnert. Die studierte Musikerin Miller spielt selbst die Gitarre,
Bass, Drums, Synthesizer und bedient Loop-Station und Tonbandgerät,
hat aber auch noch ein paar Gastmusiker an ihrer Seite. Trotzdem: Auf
die Dauer ist das Ergebnis – besonders der Gesang – einfach zu
eintönig geraten.
2
von 5
(bejblog)

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