24/09/2020

COMUS erst und letzte erschütterung

COMUS first utterance 1971

Comus, britische Folk-Band
Anfang der 1970er Jahre, die auf ihrem ersten Streich „First
Utterance“ mit expliziten, vermystifizierten Lyrics über Ängste und Gewalt
einen Gegenpol zur ja ebenfalls mythisch überhöhten
Hippie-Glückseligkeit fand. Verpackt in reine Akustik (nur der Bass
ist elektrisch), die über weite Strecken dramatisch und aggressiv
daherkommt. Und selbst wenn sie mal nicht aggressiv daherkommt, auch
mal süßlich und beschwingt die Flöte spielt, weiß man doch zu
jeder Sekunde, es wird nicht gut enden. Großen Anteil an dem
Psycho-Spin von “First Utterance” hat neben den Texten auch
die kratzige, leicht überschnappende Stimme von Roger Wooton.

Verkaufte sich 1971 null, kam aber im Zuge der Renaissance von
Free-Folk/-Rock/New Weird America Anfang der Nullerjahre wieder ins
Bewusstsein. Zu dem Zeitpunkt verstand man dann auch die
ausfransenden, improvisierenden Songkonstrukte besser zu würdigen,
die ihnen 1971 noch vorgehalten wurden. Blendendes Werk.
Original-Doppel-LP kostet wahrscheinlich eine Doppelhaushälfte.
Selbst das Vinyl-Reissue (Mitte der 90er?) erzielt hohe Preise. Ich
empfehle die Do-CD “Song To Comus – The Complete Collection”
auf Castle-Music fürn Appel und’n Ei. Mit allem, was Comus damals
aufgenommen hatten, inklusive ein paar zusätzlichen Tracks zu Zeiten von und
kurz nach “First Utterance”, und ebenso dem schwachen
Nachfolger von 1974.

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