04/12/2020

ES KOMMT DER TAG, DA MUSS DAS BANJO SPIELEN

Früher oder später erwischt es jedeN.
Glauben se nicht?
Testen se bitte!
Zehn potenziell schlüsselerlebnisverdächtige Beispiele, wie man ein Banjo bearbeiten kann.
Sarah Jarosz: Tell Me True. Wenn es gerecht zugehen sollte auf der Welt, dann wird diese junge Frau ganz ganz groß rauskommen. Im Dezember für den Grammy nominiert.
Clarence Ashley: The Coo-Coo Bird. Dieser Song hat Heerscharen von Banjo-Spielern hervorgebracht. Gerade letztens in Hamburg traf ich wieder einen Menschen, der dadurch das Banjo-Spielen anfing. Leider verbietet mir Onkel Sony, das Video auf Youtube zu sehen, daher muss ich zu einer anderen Quelle mit schlechterer Qualität verlinken. Laut Greil Marcus ist „The Coo Coo Bird“ ein Schlüsselsong zur enorm einflussreichenAnthology Of American Folk Music“ (herausgegeben und konzipiert von Harry Smith): „Die Achse, um die sich Smiths Anthology zu drehen scheint“ (Greil Marcus in Basement Blues – Bob Dylan und das alte, unheimliche Amerika“) Dort allerdings in einer Aufnahme von 1929.


Backstage at The Grand Old Oprey. Habe ich schlechte Laune, zieh ich mir dieses Video rein. Ich wäre wirklich gerne dabeigewesen und hätte mich in den Türrahmen gedrückt. Wundervoll auch die alten Damen, die an der Wand sitzen. Überhaupt kenne ich dieses Video mittlerweile auswendig und liebe jedes Detail. Ist auch ausgezeichnet geschnitten, wie ich irgendwann bemerkte.

Andy in the UK: You’re Gonna Make Me Lonesome When You Go Ich bin echt ein Fan von Andy in the UK. Er singt und spielt sehr sensibel. Mehr als die meisten Profimusiker. Mich berührt das sehr.

Wieder Andy. Diesmal allerdings auf der Ukulele. Ich bin immer hin und weg, wenn ich das höre. Das Ende ist dann nochmal ganz besonders entzückend.

Paul Metzger. Reißt mal wieder unfassbar energetisch mit.

Tanz auf dem Vulkan mit Phillip Roebuck, “Virginia-born, New York-bred singer/songwriter and bare bones one man band” (Homepage).

Roscoe Holcomb in den Appalachen. Total mystisch. Besonders ab da, wo der langsame Kameragroßschwenk mit den raufenden Hunden beginnt.

Die großartige amerikanische Banjospielerin Cathy Moore hat einige Zeit in Osteuropa verbracht und überträgt die gesammelten Einflüsse auf das Clawhammer-Banjo. Hier spielt sie „Rampi Rampi“, ein altes türkisches Stück. In Banjokreisen bekannt ist Cathy Moore für ihre „M-Skip“-Technik, bei der sie bestimmte Noten auslässt und damit, sag ich mal so, funky Texturen einbringt.

Mr. and Mrs. John Sams: Wagoner’s Lad. Herr und Frau Sams sind auf dem Cover abgebildet. I know they got soul!

Dock Boggs Version von Pretty Polly. 1927 aufgenommen. Fiese Mordballade (ist ein eigenes Genre in der amerikanischen Folkmusik). „Its subject – a young woman betrayed and murdered by her lover – may well be the most common one in the Anglo-American ballad tradition“ (Barry O’Connell im Booklet zu Dock Boggs, „Country Blues“. Do-LP, CD. Revenant). Unheimliches Video, das ein „beschönigendes“ Endes hat, denn im Original endet der Lover nicht am Galgen. Der Song hört auf, als er seine Geliebte verscharrt hat und sich zum Gehen umwendet, „down to the river where the deep waters flow“. Ich vermute, Neil Young hat diesen Song aufgegriffen, als er „Down By The River“ schrieb: „Down by the river/ I shot my baby“. Vielleicht aber auch nicht, denn „Geschehnis unten am Fluss“ ist ein gängiges Setting im American Songbook.

2 Gedanken zu “ES KOMMT DER TAG, DA MUSS DAS BANJO SPIELEN

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