21. Januar 2026

GEORGE FAITH to be a top notch wvö

2019 hat das norddeutsche Label Bear Family Records To Be A Lover von George Faith wiederveröffentlicht. Und zwar auf ihrem Sub-Label Cree Records. Mit anderem und besserem Cover, denn das Original – 1977 auf Black Swan erschienen, einem Sub-Label von Island Records – hatte als Cover nur ein Packpapier-Design mit spärlichen Informationen.

Dagegen ist die Wiederveröffentlichung in allem top notch: Wertiges, auf dickem Papier/Pappe gedrucktes Gatefold, mit haptisch ansprechender fein aufgerauter Oberfläche, damit sich deine Patschehändchen nicht sofort dort verewigen können. Das Coverformat ist großzügig gewählt, damit die LP ganz smooth hineinflutschen kann (war früher mal eine Selbstverständlichkeit). Mit vielen Infos in herausfordernder Lupenschrift auf der Innenseite, drübergesehen von Reggae-Autorität Steve Barrow. Qualitätspressung von Optimal. Deutlich geschmeidigeres Mastering als das Original (von dem ich zwei besitze, die aber beide bei manchen S-Lauten in die Knie gehen). Ein makelloses, psychedelisches Reggaesoul-Meisterwerk.

Entnommen von bear-family.de

Prozentrechnung

Zur Hälfte super, las ich mal in einem Review. Das stimmt noch nicht mal zu 49%. Lee Perry war 1977 auf dem Höhepunkt der Black Ark-Kontrolle, und diese Sorgfalt in schwebender Verdichtung merkt man dem Album zu jedem Zeitpunkt an. Wobei aber auch die Zeit zunehmender Chaotik ab etwa 1978 eine Weiterentwicklung des Arkschen Schaffens bedeutete. Ich möchte das Ausmaß der Kontrolle zu den unterschiedlichen Zeiten des Betriebs der Black Ark nicht gegeneinander ausspielen. Denn in der Kunst geht es nicht notwendigerweise um Kontrolle, sondern um frei- oder unfreiwilliges Zulassen von Zuständen, auf Es-Drauf-Ankommen-Lassen und auch mal darauf, einen Ideenhaufen als zum Abschluss erklärtes Werk zu verkaufen, was aber im Reggae oft noch Versions der Abschlüsse beinhaltete.

Zart

Damit hat To Be A Lover aber nichts zu tun. Es ist auf das Zarteste zart, auf das Eleganteste elegant und bis auf den Seelengrund beseelt. Und das nicht nur zu fünfzig Prozent. Sondern zu einhundert Prozent plus gnadenbringendem Engelstaub, „Diana“ und vermutlich persönlicher Anwesenheit von König Midas.

Preis (Stand: Dez 2025)

Kurz: Ein Muss, wer nur ein Fünktchen Interesse an Reggae jenseits von Bob Marley oder Peter Tosh hat. Ich hatte mir das Reissue im April über JPC besorgt, damals für 16,99€. Mittlerweile kostet es bei JPC 24,99€. Bei Bear Family ist der normale Preis 19,95€. Momentan ist es dort für 15,95€ zu haben. Wie gesagt, von Pressung über Cover und Infos bis zur Musik höchste Qualitätskategorie.

Produktplatzierung

Laermpolitik.de sieht als unabhängiges Bollwerk gegen Korruption und Neoliberalismus keinen Cent für diese Produktpräsentation.

Euer Contentofluencer
Ahrensfeld