Futura zu Griessem
Das seltene Beispiel, dass ich Musik zufällig im Radio höre und sie mich sofort begeistert. Nicht unaggressiv soundige Elektronik + E-Gitarre aus der Vorgabe heraus, alle amerikanischen Kultureinflüsse zu vermeiden und sich auf europäische Kifferimprovisationen zu konzentrieren, ohne dabei zu verquasen. An jenem magischen Abend 1974 in Griessem gelingt alles. Harmonia lassen sich von unverstolperbaren Beats auf den Punkt bringen und hangeln sich von kühlen zu mitreissenden Improvisationshöhepunkten, von denen sich aktuelle Elektroniker noch ein paar Bits hinzuladen sollten…
Bits
… Falls sie es nicht schon längst getan haben. Ein paar Jahrzehnte nach den Geschehnissen in der Penny Station zu Griessem würde man meinen, unter den damaligen ca. 37 Zuschauern müssten sich eine Menge Kinder befunden haben. Der kleine Tim Gane vielleicht, oder Jan, der Sohn der Jelineks. Und noch ein paar andere Kinder oder Heranwachsende aus Köln oder Düsseldorf oder Japan oder wo auch immer her. Unter dem Eindruck dieses genialen Zukunftsgepluckers sparten sie fortan ihr Taschen-, Kommunions-, Konfirmations- oder aus anderen kulturellen Zusammenhängen zusammengetragenes Geld, um nach und nach kleine Elektromodule zusammenschleifen zu können. Die Welt wurde wieder ein bisschen schaumiger durch freundliches Steckkabellöten und Saitenziehen.
