28/11/2020

HOWE GELB arbeiterklasse

HOWE GELB  dreaded brown recluse 1991

 Aus einer Zeit, als man noch nicht wusste, was man von Gelbs kleinteiligen Jazzy-Snips halten sollte, die er mehr und mehr in seine Giant Sand-Alben einflocht. Dreaded Brown Recluse war Gelbs erstes Solo-Album, und ich befürchtete eine weitere Übung in Kleinteiligkeit und zerfledderten Songfragmenten. Aber stattdessen kam ein relativ aufgeräumtes Country-Folk-Album, mit neuen aber auch ein paar alten Songs in neuem Gewand. Kleine Puzzleteile wurden zwar auch in die Runde  geworfen, aber insgesamt ein tolles Album. Ich sah Giant Sand wieder in der Spur, nicht wissend, dass das Howe Gelb-Oevre in den nächsten Jahrzehnten ins quantitativ Gigantische anwachsen würde. Mit allem Halbgaren und Tollen und allem tollen Halbgaren. Ein wildes Stück Land amerikanischer Musiktradition. Gelbs aktuelle Platte zeigt ihn sepiadurchtränkt wie einen Erntearbeiter zu Zeiten der Depression.

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