BEN LAMER GAY tropicalismo und so

ben lamer gay hat mir mit „downtown castles can never block the sun“ im vergangenen jahr das vielleicht individualistischte album beschert. obwohl musikalisch der vergleich sehr weit hergeholt ist, ja noch nicht mal nur hinkt, muss ich an eine mischung (in ihrer eigenart) aus skip spence’ „oar“, nas’ „illmatic“ und flying lotus denken. der sinn des albumtitels ist mir nicht ganz klar, obwohl ich als vertreter und nachfahre des kleinbürgertums mit affinität zur arbeiterklasse irgendwie …

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THE ROLLING STONES some girls – Lebenssituationsreflexionen

THE ROLLING STONES some girls (1978) Track-By-Track Miss You  Die nächtlichen Ausflüge in Pariser Clubs konfrontierten Mick Jagger und Charlie Watts aufs Unterhaltsamste mit Disco. Das erwähne ich immer gerne, weil viele Stones-Hörer den steinzeitlichen Gegensatz Rock vs. Disco aufmachen – und die Band selbstverständlich auf der “Rock”-Seite wähnen. Dabei war Jagger schon lange vorher ein begeisterter Clubgänger und Clubmusik-Hörer, von seiner Motown-Vorliebe und James-Brown-Bewunderung mal ganz abgesehen. Hör dir ein beliebiges Disco-Set von Larry …

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PERE UBU die ersten beiden ubus

Pere Ubu – The Modern Dance (1978) Pere Ubu – Dub Housing (1978) Jedes einzelne Mal, wenn ich die ersten Ubus höre – und ich höre sie beide meist hintereinander am Stück durch – stellt sich mir das euphorische Gefühl ein, die Rockmusik wäre an einem Punkt angelangt, von wo aus es völlig offen ist, in welche Richtung es weiter geht. So sehr scheint mir Pere Ubu das Format aufgebrochen zu haben, kantige Teile eingefügt, …

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MURIEL GROSSMANN späten coltrane durchkostend

muriel grossmann zitiert mit »golden rule« ziemlich offensichtlich »india« und andere stücke des späteren john coltrane. ist aber weniger dissonant und auf tonfindung aus. stattdessen wird eben das erreichte individuell und melodiös durchgekostet, was zu einer wirklich ganz wunderschön gleißenden, aber nicht oberflächlichen hommage geworden ist. die band unterlegt das ganze mit einer interessanten, im hintergrund grummelnden und wieselnden klangstruktur, radomir milojkovic, der gitarrist, spielt ein bisschen grantgreenig und verpasst der musik dazu noch sehr …

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10 spontane beste Platten von 1968

10 spontane beste Platten von 1968 mit praktischen, mehr oder weniger gedankenlosen Kurzkommentaren: 1. The Beatles – The BeatlesWenn vier befreundete Twens erwachsen werden und in ihren Interessen langsam auseinanderdriften. Ein ganz normaler Prozess, den schon abermillionen Menschen durchlaufen haben. Schätzungsweise vier junge Männer haben dabei Zitatwut und Postmoderne in der Popmusik erfunden. 2. The Rolling Stones – Beggars BanquetEine durchschlagende und doppelbödige Burleske auf Folk-Instrumenten. Mit Fake-Proletariats-Patina. 3. The Velvet Underground – White Light/White …

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YES postpunk-vorbehalte wiederbesucht

„Tales From Topographic Oceans“ von 1974 ist dasjenige Album aus der Hauptphase von Yes (ihrer main sequence – von „The Yes Album“ bis „Going For The One“ –  wie Bill Martin sie in Anlehnung an den Entwicklungszyklus von Sternen nannte), mit dem sie’s übertrieben haben. Ihr utopistischer Ansatz wurde zugespachtelt mit seltsam auf der Stelle tretenden Auftürmungen, denen die Erdung in der Realität abhanden kam. So wurde aus dem Streben nach besserer Existenz ein nur …

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HENRY THREADGILL dreck… und mehr dreck

 obwohl henry threadgill seit einigen jahrzehnten schon aktiv ist, habe ich erstmals im vergangenen sommer von ihm gelesen, in einer besprechung zweier aktueller alben in der wire. aber ich beschäftige mich ja erst seit kurzem etwas mehr mit jazz, daher tauchen namen, die anderen womöglich sehr vertraut sind, eben jetzt erst auf meiner musikalischen landkarte auf. vielleicht ist dadurch auch zu erklären, dass mich das henry threadgill 14 or 15 kestra: agg mit “dirt… and …

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