10 spontane beste Platten von 1968

10 spontane beste Platten von 1968 mit praktischen, mehr oder weniger gedankenlosen Kurzkommentaren: 1. The Beatles – The BeatlesWenn vier befreundete Twens erwachsen werden und in ihren Interessen langsam auseinanderdriften. Ein ganz normaler Prozess, den schon abermillionen Menschen durchlaufen haben. Schätzungsweise vier junge Männer haben dabei Zitatwut und Postmoderne in der Popmusik erfunden. 2. The Rolling Stones – Beggars BanquetEine durchschlagende und doppelbödige Burleske auf Folk-Instrumenten. Mit Fake-Proletariats-Patina. 3. The Velvet Underground – White Light/White …

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YES postpunk-vorbehalte wiederbesucht

„Tales From Topographic Oceans“ von 1974 ist dasjenige Album aus der Hauptphase von Yes (ihrer main sequence – von „The Yes Album“ bis „Going For The One“ –  wie Bill Martin sie in Anlehnung an den Entwicklungszyklus von Sternen nannte), mit dem sie’s übertrieben haben. Ihr utopistischer Ansatz wurde zugespachtelt mit seltsam auf der Stelle tretenden Auftürmungen, denen die Erdung in der Realität abhanden kam. So wurde aus dem Streben nach besserer Existenz ein nur …

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HENRY THREADGILL dreck… und mehr dreck

 obwohl henry threadgill seit einigen jahrzehnten schon aktiv ist, habe ich erstmals im vergangenen sommer von ihm gelesen, in einer besprechung zweier aktueller alben in der wire. aber ich beschäftige mich ja erst seit kurzem etwas mehr mit jazz, daher tauchen namen, die anderen womöglich sehr vertraut sind, eben jetzt erst auf meiner musikalischen landkarte auf. vielleicht ist dadurch auch zu erklären, dass mich das henry threadgill 14 or 15 kestra: agg mit “dirt… and …

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LET IT BLEED zum Fünfzigsten

The Rolling Stones – Let It Bleed (1969) War ich bei „Beggars Banquet“ eher mal einer der letzten, die zum Fünfzigsten gratuliert haben, möchte ich bei „Let It Bleed“ der erste sein. Obwohl es natürlich noch etwas früh ist, denn „Let It Bleed“ erschien ja erst später im Jahr, nämlich im Dezember 1969. Angedacht war der Juli, dann aber wartete man doch noch die US-Tour ab. Vielleicht dachte Jagger ja zudem, das Plattencover würde sich …

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BEGGARS BANQUET zum Fünfzigsten

The Rolling Stones – Beggars Banquet (1968) Die Umstände unter denen „Beggars Banquet“ entstand, waren von ähnlichen Unsicherheiten geprägt, wie diejenigen zehn Jahre später bei „Some Girls“: Die Stones standen unter Druck, weil sie davor eher mal durchwachsene, etwas orientierungslose Arbeiten abgeliefert hatten. Vor „Beggars Banquet“ waren es „Between The Buttons“ und „Their Satanic …“ – recht schwache Alben im Vergleich zu dem, was andere genre-kompatible Bands im Zeitraum 1966/67 so abgeliefert hatten. Zudem stand …

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PERE UBU apokalypse now

In den Weiten der Datenbank meines Receivers fand ich letztens einen Live-Mitschnitt von Pere Ubu von 1991: „Apokalypse Now“, der so ziemlich das Gegenteil von den beiden Ubu-Konzerten ist, denen ich beiwohnen durfte. Nämlich kommunikativ und gutgelaunt statt abweisend und erratisch. Was alle Konzerte gemeinsam hatten, war so etwas wie eine große bodenständige Macht, die von Pere Ubus Präsenz ausging, nur eben mit anderer Grundierung. „Apokalypse Now“ macht mir großen Spaß, lärmt auch mal lehrreich …

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DAVID BOWIE pinups (1973)

Spiel mit Identitäten. Im Bewusstsein, dass man einerseits nicht nur eine einzige Identität hat, sondern sehr viele in einem schlummern, andererseits der Kultur- und Kunstprozess nicht aus einem Individuum schöpft, sondern aus dem, was schon da ist: Vorherige Kunst, sozialer Kontext, Zitate und Überlagerungen. Roland Barthes rief in den 60ern den Tod des Autors aus. Dylan versuchte auf „Self Portrait“ einen Weg, sich selbst aus seinem Werk zu entfernen. Später auf der Rolling Thunder Tour …

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