25/11/2020

KEVIN AYERS: ein schelm kehrt zurück (ist aber auch schon wieder weg)



2007 war das Jahr der kurzen Platten. Endlich, füge ich hinzu. So brachte es Kevin Ayers auf “The Unfairground” fertig, von zehn Kevin-Ayers-Songs zehn Kevin-Ayers-Songs voll Kevin-Ayers-untypisch gelingen zu lassen. Es bringt eben doch was, wenn man sich Mühe macht. Hätte ich nie erwartet, dass der nochmal was starten könnte. Geholfen haben ihm alte Freunde (Robert Wyatt, Phil Manzanera, Hugh Hopper) und Neffen im Geiste wie die jungen Musikerkollegen aus dem Umfeld von Teenage Fanclub oder der Trash Can Sinatras.

Höre ich mir jetzt (2008) Ayers Produktionen aus seiner allgemein als besten Phase bezeichneten Zeit zwischen 1969-74 an (ich tendiere auch das unterschätzte „Dr. Dream“ von 1974 mit einzubeziehen), fällt mir auf, dass vieles, was Ayers dort an Experimenten anstellte, nicht mehr zwingend gehört werden muss. Aber ein paar dieser Sachen sind immer noch von schelmischer Leichtigkeit durchzogen. Höre bitte „Whatevershebringswesing“ von 1972 und „Bananamour“ von 1973, die streckenweise immer noch viel Spaß machen (besonders auch mit den Bonustracks auf den CD-Wiederveröffentlichungen von 2003: den halbironischen Reggae-, Karibik-, Mariachi-Sorglos-Songs „Connie On A Rubber Band“, „Take Me To Tahiti“, „Caribbean Moon“, „Fake Mexican Tourist Blues“). Davon haben sich Ween deutlich das ein oder andere an Konzeptionellem abgeschaut.

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