Abschlusstabelle am 16. Mai 2026, gegen 17:30 Uhr
1 Werder Bremen
2 SC Freiburg
3 RB Leipzig
4 Borussia Dortmund
5 Bayern München
6 Borussia Mönchengladbach
7 Eintracht Frankfurt
8 VfB Stuttgart
9 Bayer Leverkusen
10 Mainz 05
11 1. FC Köln
12 Union Berlin
13 FC Augsburg
14 VfL Wolfsburg
15 FC Sankt Pauli
16 Hamburger SV
17 1. FC Heidenheim
18 1899 Hoffenheim
Die Begründungen:
Das am Ende dann doch scheiternde Wechseltheater um Woltemade setzt dem Kader des VfB Stuttgart so zu, dass der Schlacks zwar für Stuttgart ein ums andere Mal trifft, aber nur noch vom Elfmeterpunkt. Zu wenig für die Saison. Platz 8.
Etwas besser macht es Eintracht Frankfurt, die den Aderlass an guten Spielern in dieser Saison kompensiert, indem das Team noch vier Schippen Härte drauflegt. Damit werden sie das erste Bundesliga-Team, das zwei Drittel ihrer Spiele mit zehn Mann oder weniger beendet. Mit übermäßiger Härte kann Leverkusen die abgewanderte Spielersubstanz nicht auffangen. Der Vorvorsaisonmeister wird daher wieder zur grauen Maus werden und sich im Mittelfeld der Tabelle einkuscheln.
Werder Bremen hat ebenfalls einige Spieler gehen lassen, darunter auch Stürmer Ducksch, der für seine, äh, ökonomische Laufleistung bei den Fans zwiespältige Gefühle hinterlassen hat. Mit dem neuen Trainer Horst Steffen, der einen laufintensiven Stil zu spielen pflegt, hätte er womöglich ein Problem bekommen. Werder wird das Team der Stunde sein. Mögen andere Mannschaften mehr Ballbesitz haben, Werder wird dafür die Tore schießen. In der Post-Höttges-Epoche ist Werder immer ein Stürmerteam gewesen. Die Meisterschaft ist für mich beschlossene Sache. Übernächste Saison muss dann das Ziel Halbfinale Champions League heißen. Und in einem Halbfinale wäre dann alles möglich, sogar ein Sieg gegen Real Madrid. Aber das ist Schnee von morgen.
Mainz und Köln, die beiden Karnevalsvereine, werden im unteren (Köln) und oberen (Mainz) Mittelfeld mitmischen. Warum in dieser Reihenfolge? Weil Mainz einfach immer den besseren Riecher für junge Talente hat, auch wenn sich Köln gerade im Kaufrausch befindet.
Eine der Überraschungsmannschaften der Saison wird Borussia Mönchengladbach sein und sich vom zehnten auf den sechsten Rang verbessern. Die Gladbacher werden einen ähnlich guten Fußball wie Werder spielen, aber durch das ein oder andere Quentchen Unvermögen ausgerechnet gegen schwächere Teams Punkte lassen. Trotzdem werden sie sich für einen internationalen Wettbewerb qualifizieren.
Die Bayern haben mit Diaz einen sympathischen Einkauf getätigt, der sich allerdings um Weihnachten herum bei einem Schneeballwurf verletzt, um erst Mitte März wieder aufzutauchen und bei bester Laune eine Pressekonferenz zu geben. Bis dahin ist aber für die Bayern alles vorbei. Der wunderbare Musiala braucht noch Zeit, um vollständig fit zu werden. Die Meisterschaft ist im März längst vergeigt. Im Achtelfinale der CL scheiden die Bayern aus und werden obendrein im DFB-Pokal mal wieder von Werder in den Staub geschickt. Schade um den grundsympathischen Harry Kane. Aber der wechselt nach der Saison sowieso zum in Geld schwimmenden Newcastle United.
Obwohl sich Augsburg gegen die Bayern ein 0:0 erspielt und auch sonst dem ein oder anderen Team ein Bein stellen wird, reicht es doch nur wieder gerade so zum Klassenerhalt. Das Beste an Augsburg sind die sechs Punkte für Bremen.
Wolfsburg wird sich mal wieder für viel Geld in letzter Minute noch ein paar Versager einkaufen, mit denen sie dann sehr teuer in der unteren Tabellenhälfte herumkrebsen werden. Dort, wo auch bald ihre überteuerten Stinkerautos landen werden.
RB Leipzig hat mit Ole Werner den auf dem Papier derzeit weltbesten Trainer engagiert. Aber bei Leipzig verliert Werner ein ums andere Mal die ihm eigene Contenance und stellt die Mannschaft, die sich eigentlich ganz gut verstärkt hat, in hanebüchender Weise auf. Werner, der kühle Kieler Ex-Bremer, wandelt sich zum zappelnden Nervenkostüm. Es reicht aber noch für Platz 3. Ich weiß, dass viele Tipper RB Leipzig nicht so weit oben sehen wollen (mich eingeschlossen), aber ein seriöses Tippspiel ist nun mal kein Wunschkonzert.
Heidenheim und Hoffenheim bekomme ich immer durcheinander, diese Vereine flutschen mir durch die Finger wie grüner Geisterschleim. Wird Zeit, dass sie absteigen.
Der Hamburger SV startet wie immer mit breiter Brust und scheitert an seiner eigenen Einbildung, schon immer in der ersten Liga gespielt zu haben und selbstverständlich um vordere Tabellenplätze zu spielen ein tradizionsgegebenes Anrecht hat. Die demütigenden Jahre in Liga 2 werden vollständig verdrängt. Die schnöseligen Hamburger schlagen stattdessen hart auf und retten sich gerade mal so nach drei Trainerwechseln auf den 16. Tabellenplatz und steigen nach einem Relegationsdrama ab, das alle vorherigen Relegationsdramen in den Schatten stellen wird. Damit muss dann auch Bruno Labbadia seinen Hut nehmen. Neuer Trainer wird gerüchteweise Felix Magath. Als weitere Schmach für den HSV wird St. Pauli die erste Klasse halten. Mich freut das, auch wenn ich ihre kackbraune Vereinsfarbe fürchterlich finde.
Union Berlin wird mit eisenhartem Stil für dünne, torarme 1:0/0:1/0:0-Ergebnisse sorgen, den unattraktivsten Fußball unter der Sonne spielen, aber immerhin nicht absteigen.
Noch wen vergessen? Auch ja, die Dortmunder. Lange Jahre hinter Bremen mein Lieblingsverein, hat der BVB mit der letzten divenartigen Wechselbad-Saison meine Sympathien endgültig verspielt. Trotzdem wird sich ihre Strategie auszahlen, kaum neue Spieler gekauft zu haben und stattdessen auf Eingespieltheit zu setzen. Für die CL wird’s reichen.
DIE Überraschung schlechthin wird der SC Freiburg sein. Über die gesamte Saison hindurch wird der Verein unter dem Radar fliegen, bis plötzlich am vorletzten Spieltag die Vizemeisterschaft unter Dach und Fach gebracht wird. Solide Arbeit in einem ruhigen Umfeld zahlt sich eben doch aus. Für die Freiburger freut es mich sehr, ist doch der SC mein zweitliebster Verein nach Werder Bremen. Für mich hätte die Saison 2025/26 also nicht besser laufen können.