01/10/2020

VALET: kosmos im rückenhaar


Valet ist unter ihrem richtigen Namen (?) – Honey Owens – verbandelt mit einer von mir geschätzten Feedback- und Zeitlupen-Folk-Schwierig-Schwierig-Combo aus Portland, Oregon, namens Jackie-O Motherfucker. Ich tausche jedoch deren Werk gerne ein gegen Valets zweites Album „Naked Acid“, meinem diesjährigen dronigen Favoriten. Wieder einmal muss ich mein Faible für Schamanenmusik eingestehen, die hier nicht selten auf dem poppigen Rücken der britischen 80er-Jahre-Psychedeliker Spacemen 3 ausgetragen wird. Man muss auch die ein oder andere Esoterik-Kröte schlucken, zumindest wenn man Honey Owens in Interviews hört, wo sie gerne mal fühlt, dass das Geheimnis des Universums in der DNA eines Walknochens verborgen sein könnte. Dass das Geheimnis des Universums auch in einem besonders langen Rückenhaar des Typen von den Fabulous Diamonds verborgen sein könnte, verschweigt uns Owens allerdings. Das macht aber gar nichts, denn egal woraus sie ihre Inspiration zieht, wenn ein so erhabener Bastard aus Ambient, Blues, Raga und Voodoo-Psychedelik dabei herauskommt, glaube ich ihr alles. Einer der Tracks erinnert in seinem uferlosen E-Gitarren-Improvisationsgeschüttel sehr an die Kumpel von Jackie-O Motherfucker und heißt entsprechend liebevoll „Fuck It“. Der Rest ist aber noch besser.

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