04/12/2020

WOVENHAND abgeschwollen

 

WOVENHAND / ULTIMA VEZ blush
2003

Wovenhand in vollem Männerschweiß-Muckie-Style, wie letztes Jahr live, lasse ich mir durchaus gerne gefallen. Trotzdem schätze ich Blush, eine Bearbeitung von Wovenhand-Songs für ein Ballett-Ensemble, doch noch mehr.

Sicher auch deswegen, weil sich Sänger/Schreiber/Priestersohn Eugene Edwards dort stimmlich etwas mehr zurücknimmt – und die Lücken trotzdem nicht mit irgendwelchem Gottesgedöns füllt, sondern einfach offen lässt. Es ist eben ein anderer Fokus, wenn man für ein Ballettensemble aus Frauen und Männern arbeitet, auf die speziellen Bedürfnisse und anderen Schwerpunkte einer Tanz-Performance eingehen muss, als wenn einem ständig der HErr/VAter in alttestamentarischer Wucht aus dem testosteron-geschwillten Hals anspringt.

Die etwas weniger androzentrische Angelegenheit namens Blush hat daher ein sehr viel geringeres Nervpotenzial und gehört deswegen zu denjenigen Platten aus dem Dunstkreis von Wovenhand/16HP/Lithium, die ich mir auch ohne mutwilliges Ausblenden der Songtextbedeutungen jederzeit anhören kann.
 

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