2024-02-24

JOY DIVISION reimagined

Aus der Reihe: Erstellte Listen (für ein Musikforum), vergessen und rückerinnert:

Heute: Joy Division | Top 20

Für mich war es ein ganz spannendes Wiederhören, weil ich Joy Division seit bestimmt 25 Jahren nicht mehr angefasst hatte (am nächsten kam ich ihnen in der Zeit danach noch durch das Biopic) und mich ein paar Dinge überrascht haben:

– Aus der Erinnerung heraus hätte ich “She’s Lost Control” bei mir unter den Top 3 vermutet, aber dann beim Wiederhören hat es irgendwie nichts Superbesonderes mehr ausgestrahlt. Mich nervte auch gleich der übertriebene Hall, der auf die Anfangsverse gelegt wurde, und das bekam ich dann im Laufe des Tracks nicht mehr geradegehört. Auch “Love Will Tear Us Apart” hatte ich irgendwie früher größer gehört, vielleicht hat sich auf diese beiden Tracks eine Erinnerungsschicht gelegt, die mir eine sehr genaue Vorstellung vorgab, wie sie zu klingen hätten, was dann aber mit der Wirklichkeit nicht mehr passte.

– Ich hätte eigentlich vermutet, dass mir Unknown Pleasures am besten gefallen würde, weil es damals einen hohen Stellenwert bei mir hatte. Aber ich fand es jetzt nicht optimal gealtert. Mir gefiel zwar einiges darauf immer noch gut, aber es machte einfach nicht mehr den Eindruck auf mich wie damals. Anders als Closer, das ich nach wie vor ganz groß finde. Die gesamte zweite Seite ist absolut makellos, daher nimmt sie in der Reihenfolge auch die Pätze 2-5 ein, dazu kommt noch meine Nummer 1 auf der ersten Seite. Ein gigantisch gutes Album immer noch.

– Die Mehrzahl meiner Top 20 ruckelte sich aus dem zurecht, was nach Closer veröffentlicht wurde. Damit hatte ich auch nicht unbedingt gerechnet. Ich mag die früheren Punk-Sachen ebenfalls gerne.

Große Band. Zur kältetreibenden, ungemein kreativen und gleichzeitig angstgefüllten Atmosphäre Ende der 70er/Anfang der 80er passte sie sehr gut (so wie – aber anders – This Heat passte). Damals verkaufte ich alle Beatles-Platten und war fest davon überzeugt, dass deren alter Kram endgültig ausgedient haben würde. So groß war damals (für mich) der musikalisch-kreative Ausbruch aus den Rock-Konventionen, der viele Projekte auszeichnete.

Die Atmosphäre der Angst von damals ist wieder da, sie hatte auch zwischendurch immer mal wieder Konjunktur, war vielleicht sowieso nie weg, nur an anderen Orten, von denen seltener berichtet wurde.

01 Isolation
02 Heart And Soul
03 Twenty Four Hours
04 The Eternal
05 Decades
06 Inside
07 Transmission
08 Atmosphere
09 No Love Lost
10 I Remember Nothing
11 Exercise One
12 From Safety To Where
13 The Sound Of Music
14 Autosuggestion
15 Warsaw
16 Something Must Break
17 Failures
18 A Means To An End
19 Passover
20 Love Will Tear Us Apart

2 Gedanken zu “JOY DIVISION reimagined

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