28/10/2020

TIMESBOLD: wirkliches vermissen

TIMESBOLD ill seen ill sung
2008

Die CD, die ich 2009 am meisten gehört habe, ist von Timesbold, nennt sich „Ill Seen Ill Sung“, ist von 2008, und dem Alten Amerika verfallen, mit Ofenrohren als Perkussion oder so, echten Gedichten als Lyrics, und einem zittrigen Sänger, der auch mal dräuend (s)eine Mama besingt. Stellenweise wieder treibend, dann plumpst die Chose in Kindheitserinnerungen und stille akustische Löcher, stabreimt sich einen Heiligenschein („Hollow Halo“) und pflegt auch ansonsten Abseiten, die aber nie manieriert bedient werden.

Ziemlich einmalig. Als wären ca. acht Amerikaner in einem Bergdorf in Rumänien eingeschneit und machen das Beste draus, nämlich sich unheimliche Lebensgeschichten erzählen und mit den umliegenden Gerätschaften vertonen (ich sag mal Violine, Cello, Orchestrale Perkussion, Banjo, Gitarre, und was halt noch so zu gebrauchen ist). Ein sehr tolles Zitat von Robert Walser ist abgedruckt: „There’s something missing when I don’t hear music, and when I do, then there’s really something missing“. Damit ist alles gesagt – auch über Timesbold (kommen aus Brooklyn + Portland).

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