04/12/2020

VIOLENT FEMMES im vaterclinch

Violent Femmes: “See My Ships”

VIOLENT FEMMES – “3”
(1988)

Mindestens ab Platte Zwei (Hallowed Ground) vertonten die Femmes den zweifelnden und leidenschaftlichen Katholizismus von Gordon Gano, der möglicherweise ein vaterfixiertes Problem hatte, welches er durchaus auch mal in der Violent-Femmes-typischen Art des zynischen Spottliedes beackerte („I’m just like my father/ But I am much worse/ He hurt his mother/ I hurt mine worse“, aus „Just Like My Father“).

Auf dem letzten Song („See My Ships“) begleitet Gordon Gano seine Suche nach Schuld und Erlösung ganz alleine mit Akustikgitarre und erschütternder Ernsthaftigkeit. Dabei vermengt er das offensichtlich tief in ihm verwurzelte Gnadens- und Schuldrepertoire der Bibel mit dem Tod Mavin Gays durch die Hand dessen Vaters. Ich weiß nicht, wie das ganze bei Gano ausging, aber von den Violent Femmes kam danach nicht mehr viel. Schon für „3“ hatte sich damals (1988) niemand mehr interessiert. Aber das Album gehört zu den intensivsten Aufnahmen der Femmes. Die Platte ist übrigens ihre Vierte, die „3“ bezieht sich auf die Anzahl der Bandmitglieder.

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