22/06/2021

GENESIS luftgetrocknet

Im launig zu lesenden Prog-Buch von Mike Barnes, A New Day Yesterday, las ich die Geschichte, dass Genesis zusammen mit Designer und Maler Paul Whitehead entschieden hatten, das geplante Coverbild für Nursery Cryme noch etwas mehr auf alt zu trimmen.

Whitehead fake-datierte daraufhin das frisch gemalte Gemälde auf 1871 und behandelte es mit einem honiggelben Lack, um die Illusion von vergilbter Farbe zu erzeugen. Dann legte er es zum Trocknen nach draußen an die frische Luft, um kurze Zeit später schockiert festzustellen, dass sich Insekten auf der klebrigen Oberfläche niedergelassen hatten. Die Entscheidung war, das Bild trotzdem zu verwenden. So sind also die Insekten auf das Cover gekommen. Man erkennt sie auf der Cover-Rückseite am oberen und unteren linken Rand.

Es gab Zeiten, da hätte ich diese kleine Anekdote für das interessanteste gehalten, das mir die Genesis-Welt bereithalten könnte. Diese Zeiten umfassen viele Jahrzehnte. Doch seit Anfang letzten Jahres habe ich winzige, versteckte Genesis-Rezeptoren in mir entdeckt. Es gelang, sie zu aktivieren. Sie sprangen besonders auf recht viele Tracks von The Lamb Lies Down On Broadway (1974) an. Jenes Doppelalbum, mit dem sich Sänger Peter Gabriel vom Rest der Band verabschiedete, die umgekehrt seine ungemütlichen Forschungen in den tiefen Kellern der Seele auch nicht mehr so ohne weiteres zu folgen bereit war.

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