KAMMERFLIMMER KOLLEKTIEF im ruf des handelns

Katrin Achinger, die menschliche Stimme des Kammerflimmer Kollektiefs, bleibt auf „There Are Actions Which We Have Neglected And Which Never Cease To Call Us“ weitgehend stumm. Obwohl ich einmal ein schnelles Wispern wahrzunehmen glaube. Aber die Qualität des Kollektiefs liegt ja unter anderem darin, bewusst werden zu lassen, dass man sich nie sicher sein kann, das zu hören, was außerhalb der eigenen Wahrnehmung wirklich existiert. Dunkler, ohne offensichtliche Hinweise auf Pophistorie, keine verschmitzten Titelnamen, die auflockern. Stattdessen wie der Albumtitel schon sagt, von Handlungen angeschoben, die nicht weiter beachtet werden, die aber immer wieder auf ihre Existenz bestehen. Die Zeiten waren lustiger vorher. Der Krach ennerviert eine Prise schärfer, helle Töne laufen spitzer zu und fühlen tiefer auf den Zahn. Die schartigen Stellen künden etwas mehr von den Kämpfen, wegen derer man sich ausruhen muss. Und im Ausruhen brummt das Brummen etwas tiefer, weil die Kämpfe an die Substanz gehen. …

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JOHN COLTRANE im aufstieg

Zurück ins pralle Leben und dem Sehnen nach all ihren Aspekten. Guten Tag, Kinder der Gestirne, guten Tag, Aszendenz. „Ascension“ habe ich über die Doppel-CD „The Major Works of John Coltrane“ kennengelernt, wo auch „Kulu Se Mama“, „Om“ und „Selflessness“ enthalten sind, was ich sehr passend finde. „Kulu Se Mama“ hatte ich mir ein paar Wochen vorher als gleichnamige CD besorgt, ebenfalls „Crescent“ und „Sun Ship“. Ich finde das CD-Format für den späteren Coltrane viel passender als LP. „Ascension“ geht 40 Minuten, „Om“ 28 Minuten, für den beschränkten Raum einer LP denkbar ungeeignet. Ich weiß nicht genau wieso, aber „Ascension I“ rauscht an mir in einem Rutsch vorbei – beeindruckend vorbei – während ich „Ascension II“, den zweiten Anlauf zur Aszendenz, detaillierter höre, auf die Soli achte, darauf, wie jeder Solist mit einem Extraschwall an Lautstärke und Euphorie wieder in den Kreis aufgenommen wird, bis sich dann wieder ein Spieler …

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LÄRMPOLITIK ist hierher umgezogen

LÄRMPOLITIK ist umgezogen von blogger/blogspot zu WordPress.  Ihr findet LÄRMPOLITIK nun hier an dieser Stelle unter laermpolitik.de oder lärmpolitik.de. Eventuell müsst ihr den Cache leeren, falls ihr unter diesen Namen schon “laermpolitik.blogspot.com” besucht habt.  Unter “laermpolitik.blogspot.com” wird dann in Kürze nichts mehr zu finden sein.  Alle Texte und Kommentare sind bei WordPress untergekommen und kuscheln sich zur Zeit ein bisschen ein. Warum der Umzug? Unter Blogger/Blogspot sind in der letzten Zeit immer wieder Schwierigkeiten in der Kommentarfunktion aufgetaucht, die sich nicht beheben ließen. Außerdem sind die Gestaltungsmöglichkeiten relativ eingeschränkt gewesen. Mal schauen, was die neue Umgebung so bietet.

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The Pop Group Y

The Pop Group – Y (1979)Mit dünnem Krach und Wut zerschossene Dubverfransungen. Ein Ausbund anHässlichkeit und Ungemütlichkeit. Man hätte meinen können, danach bliebkein Stein auf dem anderen. Die anderen Anderen, gegen die die Pop Groupihre Energie richtete, hat’s nicht interessiert. Ich kenneMenschen, die heißen Lars, für die ist „Y“ die wichtigste Platte ihres Lebens. Nicht zuUnrecht.  

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SAMMLUNGSDIGITALISIERUNG oder auch: ich spür da was

Im „Ich digitalisiere meine Sammlung wie es gerade kommt“-Wahn: ron wood – i’ve got my own album to do (uk, 1974) ronnie mit staraufgebot. eine wunderbar durchzuhörende platte, die auch damaligen funk mit aufnimmt. und eine rhythmusbox kommt auch vor! john coltrane – a love supreme (speakers corner) der star ist für mich hier elvin jones, der noch in den andächtigsten passagen die kompliziertesten moves aus dem handgelenk schüttelt. aber natürlich sind alle beteiligten unverzichtbar. ich finde es toll, wie hier der durchbruch (spirituell, kompositorisch, universell, egal) vorbereitet wird, ohne ihn zu vollziehen. das dann bitte selber machen, lieber hörer. miles davis – get up with it (uk, 1974) mit rasiermesser und klebeband verkuppelte sessions. für mich vielleicht das magischte, das miles davis … ich liebe eben langsame musik. das knistern und rauschen der viel zu eng gepressten rille gibt mir sicherheit, ehrlich. sonst könnte die musik ja sonstwo herkommen. …

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Dr. John †

Rest in peace, Dr. John. Ich habe ihn ausgerechnet durch Joachim Witt das erste Mal gehört. Der wurde mal Anfang der 80er Jahre im Radio interviewt und durfte die Musik zusammenstellen. Er spielte ein einfaches Piano-Stück von Dr. John, das mich sofort elektrisierte. Pure Magie. Seitdem habe ich den Dr. auf dem Plan. Ich weiß bis heute nicht, welches Stück das eigentlich war. Ich bin immer noch auf der Suche danach. Vielleicht verstellt dieses mythische Erlebnis meine Wahrnehmung und ich werde das Stück nie finden, obwohl ich es längst kenne. Vielleicht habe ich mir den Track auch nur eingebildet und der Dr. hat mit Voodoo nachgeholfen.

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RODRIGO TAVARES congo | Kappen und öffnen

auch brazil – wie ben lamer gay (siehe eintrag von gestern) – auch jazz, aber eher ruhig: rodrigo tavares „congo“ als grundstruktur ein gitarrenalbum, angereichert mit mal perkussion, bass, vibrafon, echo, sax oder anderen selbstbegleitungen. musik, bei der man in jedes nachhallen hineinhorchen muss. im gegenzug horcht es zurück. das dürfte im sinne rodrigo tavares’ sein, der seine eigene musik nämlich gar nicht so stark mit sich in verbindung bringen möchte. daher der titel „congo“, denn er ist maximal weit weg von den eigentlichen kontexten der musik. verbindung kappen als strategie. die plattform dieser musik liegt offen da. mach selbst was draus.

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