LET IT BLEED zum Fünfzigsten

The Rolling Stones – Let It Bleed (1969) War ich bei „Beggars Banquet“ eher mal einer der letzten, die zum Fünfzigsten gratuliert haben, möchte ich bei „Let It Bleed“ der erste sein. Obwohl es natürlich noch etwas früh ist, denn „Let It Bleed“ erschien ja erst später im Jahr, nämlich im Dezember 1969. Angedacht war der Juli, dann aber wartete man doch noch die US-Tour ab. Vielleicht dachte Jagger ja zudem, das Plattencover würde sich …

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BEGGARS BANQUET zum Fünfzigsten

The Rolling Stones – Beggars Banquet (1968) Die Umstände unter denen „Beggars Banquet“ entstand, waren von ähnlichen Unsicherheiten geprägt, wie diejenigen zehn Jahre später bei „Some Girls“: Die Stones standen unter Druck, weil sie davor eher mal durchwachsene, etwas orientierungslose Arbeiten abgeliefert hatten. Vor „Beggars Banquet“ waren es „Between The Buttons“ und „Their Satanic …“ – recht schwache Alben im Vergleich zu dem, was andere genre-kompatible Bands im Zeitraum 1966/67 so abgeliefert hatten. Zudem stand …

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PERE UBU apokalypse now

In den Weiten der Datenbank meines Receivers fand ich letztens einen Live-Mitschnitt von Pere Ubu von 1991: „Apokalypse Now“, der so ziemlich das Gegenteil von den beiden Ubu-Konzerten ist, denen ich beiwohnen durfte. Nämlich kommunikativ und gutgelaunt statt abweisend und erratisch. Was alle Konzerte gemeinsam hatten, war so etwas wie eine große bodenständige Macht, die von Pere Ubus Präsenz ausging, nur eben mit anderer Grundierung. „Apokalypse Now“ macht mir großen Spaß, lärmt auch mal lehrreich …

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DAVID BOWIE pinups (1973)

Spiel mit Identitäten. Im Bewusstsein, dass man einerseits nicht nur eine einzige Identität hat, sondern sehr viele in einem schlummern, andererseits der Kultur- und Kunstprozess nicht aus einem Individuum schöpft, sondern aus dem, was schon da ist: Vorherige Kunst, sozialer Kontext, Zitate und Überlagerungen. Roland Barthes rief in den 60ern den Tod des Autors aus. Dylan versuchte auf „Self Portrait“ einen Weg, sich selbst aus seinem Werk zu entfernen. Später auf der Rolling Thunder Tour …

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CECIL TAYLOR conquistador!

CECIL TAYLOR conquistador! 1966 Der Tod von Cecil Taylor und die anschließende Rezeption im Netz und in den Magazinen hat mich aufmerksam gemacht und mein Interesse geweckt, mich mal mit ihm zu beschäftigen. Ich konnte mich noch an eine Titelstory über ihn in der Wire erinnern, wo er auch ein bisschen unfaires Zeug zu Mick Jagger und den Stones gesagt hatte, aber ich fand es schon erstaunlich genug, dass so ein freier Jazz-Mann wie Taylor …

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CD-Check Mai 2016

Andy Shauf „ The Party“ (Anti Records ) Zuverlässig bringt die kanadische Musik-Szene immer wieder höchst talentierte Singer-Songwriter hervor. Auch Multi-Instrumentalist Andy Shauf ist weit davon entfernt, 0815-Weltschmerz-Geschrammel abzuliefern. Fein ist sein melodisches Songwriting, bei dem er vom Piano über Synthesizer und Gitarre bis Schlagzeug und Klarinette alles selbst eingespielt hat, nur das Cello stammt von einem Kollegen. Die Songs auf seinem neuen Album klingen mal aufgeräumter, mal vertrackter, der Gesang hat etwas leicht Beatleskes. …

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CD-Check April 2016

Neko Case, K. D. Lang, Laura Veirs „ Case/Lang/Veirs“ (Anti Records) Schlicht selbst betitelt haben die drei formidablen Musikerinnen Neko Case, K. D. Lang ihre erste musikalische Kollaboration. Das Selbstbewusstsein ist angebracht. Ihr Singer-Songwriter-Folk klingt vielschichtig (mit Streichern, Horn, Pedal Steel, Drums, Gitarren, Piano), warm, träumerisch. Etwa im wunderbar mit Cello begleiteten Song „Blue Fires“, der an das großartige Album „July Flames“ von Laura Veirs erinnert. Die drei Stimmen vereint, ergeben ein starkes harmonisches Fundament, …

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