N PAAR SÄNGER

sänger. aus unterschiedlichen gründen geschätzt. ohne reihenfolge, just so wie aus dem gehirn gezogen (daher kleinschreibung): sky saxon: heult weniger als roky erickson, hat aber einen ähnlichen irrsinn in seiner stimme. roky erickson: heult mehr als sky saxon, hat auch mehr monster in petto, die an der biegung hinter den stimmbändern immer bereit sind plötzlich hervorzuspringen. syd barrett: macht das trio der großen drogenopferstimmen perfekt. diesmal nicht aus irgendwelchen bundesstaaten mit hohem sonneneintrag kommend, sondern aus dem regnerischen, moosbewachsenen england, die britische green language, die von einer allumfassend belebten natur erzählt, immer dabei. robert wyatt: wyatt erzählte mal, seine frau alfreda benge könnte auch für einen stein mitleid empfinden. das veschafft mir einen guten übergang, denn das ist green language par excellence. und auch bei robert wyatt höre ich eine gewisse ländliche unwirklichkeit heraus, wenn er mit hoher stimme von einem schwarm spatzen singt, der sich wie ein zusammenhängender organismus …

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THE SEEDS 16 tonnen wahnsinn

The Seeds ‎– Raw & Alive In Concert At Merlin’s Music Box Schön, sowas einfach so in Deutschland als US-Promo-Original im Laden stehen zu sehen. Da greif ich doch gleich nochmal zu, obwohl ich schon die Ausgabe auf Line Records habe. Für mich das beste Live-Album der 60er einer Rockband, auch wenn ein einfacher Club-Gig hier mit Zuschauergekreische aufgepeppt wurde als würden sie im Maracanã spielen. Primitive Psychedelik, miteißend gespielt, mit 16 Tonnen Wahnsinn und Sky Saxon obenauf. Wer diese Platte kennt, für den ist „Get Yer Ya-Ya’s Out“ laue Luft und für immer verloren.

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LÄRMPOLITIK auf Radio StoneFM. Nächster Termin Dienstag, 3.9.19: Meeting!

Am Dienstag, dem 3.9., möchte ich euch um 22 Uhr zu einem einstündigen Meeting auf Radio StoneFM einladen. Thema des Meetings wird „Meeting“ sein: Zusammenrottungen, Paarbildungen und andere Zusammenkünfte in der weiten Welt der Popmusik werden beleuchtet, besprochen und anhand von Schallbeispielen zu Gehör gebracht. Wie wohl selten zuvor muss ich von treffenden Beispielen reden. Mal geht es um Bootsbau, dann wieder werden Battle-Meetings nostalgisch besungen, selbst ein wildes Gebetstreffen findet statt. Der wichtigste Grund aber für die Sendung ist das Treffen der Hörer selbst an diesem ersten Dienstag im September des Jahres 2019! Bringt eure ganze Liebe mit. Ein Abspielgerät kann auch nicht schaden.

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POLY STYRENE translucence (1980)

Immer auf der Suche nach einem vergessenen kleinen, feinen Werk, das ich zum Meisterwerk hochschreiben könnte, auf das sein meisterwerkliches Treiben auf mich, den großen Entdecker, abfärben möge, wurde ich aufmerksam auf Poly Styrenes „Translucence“. Dabei entdeckte ich eine vergessene kleine, feine Platte, eine zarte Ohrfeige zudem für Menschen, die 1980, zwei Jahre nach „Germfree Adolescence“ womöglich etwas in derselben Richtung juvenilen Punksturms wie von X-Ray Spex erwartet hatten. Stattdessen erwartet den Erwartungsenttäuschten luftig leichter Reggae mit Karibik-Feeling, dargeboten von einer kleinen, süßen Band und der feinen Poly Styrene. Die Issues aber, die hätten auch auf „Germfree Adolescence“ gepasst: „Don’t give yourself an electric shock/ Don’t let them win in toytown“.

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ALBERT AYLER TRIO spiritual unity

Ich habe es nicht so häufig, dass mir Tränen beim Musikhören einschießen, aber ich hatte diesen Moment in 2018, als ich Albert Aylers „Spiritual Unity“ hörte. Mir kommt Aylers Spiel wie eine einzige Zuspitzung vor, ein Konzentrat aller Noten und aller Schreie zu einem einzigen Ton, der wie ein Laser die Nerven abtastet. Das muss ich mir angelesen haben. Egal. Vollkommen ohne Beispiel. Ich besorgte mir „Bells/Prophesy“ dann als Expanded Edition und entdeckte auch hier besondere Momente zwischen Marschmusik, Chaos und Erbauung. Parallel lese ich immer wieder in Val Willmers „As Serious As Your Life“ und habe langsam das Gefühl, dass ein Leben nicht mehr ausreicht, diesen auseinanderfächernden Kosmos von Tönen, die immer wieder versuchen, miteinander in Kontakt zu treten und denjenigen damit etwas entgegenzusetzen, die immer wieder versuchen, sie daran zu hindern, auch nur halbwegs zu folgen.

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LÄRMPOLITIK goes Radio StoneFM – Nächster Termin: 27. August 2019, 22-23 Uhr – »Reggae für alle! Folge 3: Psychedelic Reggae«

Am Donnerstag, den 27. August um 22 Uhr, ladet euch LÄRMPOLITIK auf StoneFM herzlich ein in die verrückte Reggae-Welt, wo sich Donnerstimmen, fliegende Zimbel, Dschungelchaos und unheimliches NICHTS zwischen Drums und Bässen gute Nacht sagen. Für die anschließenden bunten Träume müsst ihr selbst sorgen. Ich besorge den Soundtrack dazu. Es wird lustig, seltsam, verspielt und anpsychedelisiert werden. Lasst euch also anschickern von “Psychedelic Reggae”! Der Stream kann nur an dem angegebenen Sendetermin angehört werden. Infos zu Radio StoneFM.

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CECIL TAYLOR anfänge angerissen

Zu Cecil Taylors „Conquistador!“ habe ich mich schon geäußert, ich fühlte mich atomisiert und angeregt – und besorgte mir „Unit Structures“ (1966) als Lp-Reissue, das andere Blue Note-Album von Taylor. Alan Silva beschrieb einmal, wie sie wochenlang dafür geübt hatten, nichts war Zufall, Taylor notierte die Musik. Und sowieso müsste man nur die Sleeve Notes lesen, dann wüsste man, wie Cecil Taylor arbeiten würde. Ich besorgte mir dann die Do-CD-Ausgabe von „Nefertiti, The Beautiful One Has Come – Live at the Cafe Montmartre, 1962“ auf John Fahey’s Label für in Jahrtausende alter verknorrter schwarzer Kultur verwurzelter Musik – Revenant – und war begeistert von dem hellen Ton-Wirbel, den Cecil Taylor, Jimmy Lyons (Altsax) und Sunny Murray (Drums) 1962 in einem kleinen Cafe in Kopenhagen 1962 losspielen. Vor Zuhörern, für die Jazz eigentlich eher eine Berieselung zum Getränk darstellt und die wahrscheinlich gänzlich unvorbereitet dem Tanz der Drei (ohne Bass!) lauschen …

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