24/09/2020

ROBERT FRIPP: bitte fortführen


ROBERT FRIPP: exposure (1979)

Auch wieder so ein Album, das ich erst jetzt entdeckt habe und schätze. Mit längst liebgewonnen Gestalten (Peter Hammill, Brian Eno), mit Beiträgen von Typen, gegen die ich mich langsam nicht mehr wehren kann (Peter Gabriel, Phil Collins), mit Fripp natürlich, dem Urheber dieses technischen Gebräus am äußeren Rande der 1970er Jahre. Prog-Fälle, noch längst nicht erledigt, Aufwind in Wave- und Post-Wave-Zeiten. Mitschnitte von Tonbandgesprächen, brachiale Gitarren manchmal (und ein brachial singender Peter Hammill manchmal auch), Frippertronic-Bandschleifen, ein intellektuell zupackender Strom. Ruhige Momente, in denen Eno einfach Eno ist. Ein paar Bits Soulmusik werden eingestreut. Dann wieder Kabelbuchsen voller Energie und Elektrosturm. Von 1979, dem Jahr, würde man es aus der Musik herausschneiden können, alles Folgende in sich zusammenfallen würde.

Im Prinzip ist auch ohne das Herausschneiden von 1979 in der Folge alles zusammengefallen. Die 80er nahmen sich nur die Maschinen aus den ausgehenden 70ern mit, nicht aber den Willen, sie auch dem Publikum um die Ohren zu hauen. Diejenigen, die das stattdessen aber doch tun wollten, orientierten sich erst an den Psych-60ern, und dann an amerikanischem Punk-Metal. Ok, ich schweife ab und bin wahrscheinlich auch gerade etwas unfair. Bitte hören Sie sich „Exposure“ an, und wenn Sie musikalisch talentiert sind, machen Sie bitte an dem Punkt weiter.

(ahrensfeld gesiezt und geduscht ab)

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